Buch und Bild Heyne Verlag
04.03.2011
Lügen mit Zahlen
Mülheim / BRD - An Weiberfastnacht hatte der Deutschland- Funk das fröhliche Thema "Statistik" auf der Schippe. Zu Gast war Professor Gerd Bosbach, der uns ein schönes Beispiel aus dem Kölner Karneval nennt: Da hätten dem Rosenmontagszug wieder - Alaaf und hurra! - 800.000 Leute zugesehen. Legt man die Zuglänge zugrunde, hätten die Leute in 40 Reihen hintereinander dicht gedrängt am Zugrand gestanden.

Und schon weiß jeder, die Zahl ist hemmungslos übertrieben. Aber es geht auch anders herum. Geradezu unverschämt findet er einige Tricks, mit denen die Arbeitslosigkeit klein gerechnet wird. Wer kein Geld vom Arbeitsamt bekommt, ist nicht mehr arbeitslos. Alle 1-Euro-Jobber zählen auch nicht mehr dazu. Alle 58-jährigen, die seit einem Jahr kein Angebot bekommen haben, werden aus der Statistik herausgerechnet.

Er vermutet: Die wahre Arbeitslosigkeit dürfte zwei Millionen höher sein. Wenn die Sendung Werbung für sein neues Buch "Lügen mit Zahlen" sein soll, hat sie bei uns ihr Ziel erreicht. Wenn nur einer unserer 3-köpfigen Redaktion das Buch liest, sind das 33%. Auf die BRD hochgerechnet, sind das 24 Millionen Deutsche, die auf keine Statis-Tricks mehr reinfallen. (rb/MF)